Um jeglichem Missverständnis vorzubeugen: Was ich hier aufschreibe, erfülle ich selbst (noch) nicht! Es ist mein Ansporn, so zu werden!

Auf was sollte man achten, wenn man verantwortlich leitende Mitarbeiter in der Gemeinde finden,  ausbilden und einsetzen will?
Die Umsetzung setzt natürlich voraus, dass der Ortspfarrer bereit ist, im Team zu arbeiten! Ortspfarrer, die selbst als "Papst" agieren, sind für einen gesunden Gemeindeaufbau ungeeignet! Leider werden Pfarrer auch heute noch als "Alleinunterhalter mit Hilfsarbeitern" ausgebildet. 

Prinzip 1 : Hindernisse ? Herausforderungen ?
Achtet mal darauf, wie die Menschen, die Ihr kennt, mit Schwierigkeiten umgehen! Ein guter Leiter sieht ganz natürlich in den Schwierigkeiten von heute, die Chancen von morgen. Kennt Ihr jemand, der so richtig zur Hochform aufläuft, wenn es scheinbar keinen Ausweg, keine Lösung gibt? Es könnte sein, dass Ihr einen potentiellen Leiter vor Euch habt!

Prinzip 2 : Hoffnung wecken !
Die Welt ist voll von Problembeladenen, Ermüdeten, Frustrierten und Ausgebrannten. Gute Leiter wecken Glauben und Hoffnung. Sie stiften an, den Kopf zu heben! "Seht, Eure Hoffnung ist nah"! Christentum ist Brandstiftung.
Gute Leiter nehmen Problema wahr, aber sie lassen sich nicht davon hypnotisieren. Jesus ist der Problemlöser, nicht der Problem-Konservierer! Leiter ermutigen nicht zum kollektiven Jammern, sondern zum Aufstehen und Losgehen.

Prinzip 3 : Leiter haben und vermitteln eine Vision
Was ist eine "Vision"? Eine Vision ist ein Bild in der Zukunft, das heute Leidenschaft weckt. Ein guter Leiter braucht beides: Er hat eine Vision und er kann sie vermitteln. Und er tut dies so, dass sich andere anstecken lassen. Das kann die große Vision für eine ganze Gemeinde sein. Das kann auch die kleine Vision vom nächsten Gottesdienst sein. Achtet auf Menschen, die begeistern können! Wenn zu dieser menschlichen Begabung geistliche Reife kommt, habt Ihr einen Leiter vor Euch. Ein Leiter fängt erst dann an zu arbeiten, wenn er für sich diese Bild klar erkennt. Dann sucht er sich weitere, denen er es vermittelt. Diese tragen es weiter, bis es alle erreicht hat. Ein Leiter wird nicht müde, dieses Bild immer und immer wieder zu zeichnen. Nichts geht so schnell im alltäglichen geschäft verloren, wie diese Vision.
Gottes Inspiration mündet immer in eine geistliche Unzufriedenheit über den gegenwärtigen Zustand. Hütet Euch vor vermeintlichen Leitern, die geistlich nichts verändern!

Prinzip 4 : Leiter haben konkrete Ziele
Ein Ziel kann ich nur haben, wenn ich eine Vision habe (Prinzip 3). Aber es braucht die Fähigkeit, dieses große, zukünftige Bild herunterzubrechen in handlich Stücke. Was macht ein Ziel aus? Ein Ziel ist konkret, messbar, überprüfbar. Ein Ziel, das sich nicht überprüfen lässt, ist ein Wunsch. Nicht mehr. Deshalb passiert in der Politik so wenig. Man will beeindrucken, aber nicht überprüfbar werden. Wenn ich sage, "Ich möchte Gemeindewachstum", hört sich das schön an, ist aber nicht konkret genug. Es lässt sich nicht überprüfen. Wenn ich sage, "Ich möchte in 12 Monaten erreichen, dass regelmässig 100 Menschen den Gottesdienst besuchen", so ist das konkret und überprüfbar. Ein Leiter hat keine Angst vor der Überprüfung! Wird das Ziel nicht erreicht, versinkt er nicht in Traurigkeit! Er prüft, warum das Ziel nicht erreicht wurde! Woran hat es gefehlt? Entmutigteinen Leiter nicht, wenn ein Ziel nicht erreicht wurde! Prüft - und macht weiter!

Prinzip 5 : Leiter sind kreativ
Habt Ihr schon mal einen guten Leiter gesehen, der phantasielos war? Ich nicht! Gute Leiter haben mehr Ideen, als man umsetzen kann. Sie machen den Eindruck, dass ihr Kopf überhaupt keine Pausen braucht. Gute Leiter kommen auf Ideen, die noch niemand vor Ihnen gehabt hat. Warum das so ist? Weil der Heilige Geist kreativ ist! Wer sich IHM aussetzt, wird von der unerschöpflichsten Quelle des Universums gespeist! Leiter fördern aber auch die Kreativität bei anderen! Sie begrenzen die Vielfalt des Geistes Gottes nicht auf sich selbst. Achtet auf Leiter, in deren Gegenwrt die Fantasie überbordet!

Prinzip 6 : Leiter können NEIN sagen
Leiter sind keine Verhinderer! Sie sagen nicht NEIN, damit etwas nicht stattfindet, was gut wäre. Sie sagen NEIN dazu, es selbst zu tun. Gute Leiter können zu sich NEIN, und zum anderen JA sagen.
Aber auch das gibt es: Leiter sagen NEIN, wenn etwas gegen Gottes Wort gesagt oder getan wird. Sie riskieren Protest um des Namens Jesu willen. Sie riskieren Anfeindung und Verläumdung. Sie schauen nicht auf das eigene Wohl oder die eigenen Lieblingsgedanken, sondern sie prüfen, "was Gott wohlgefällig" ist. Leiter sind ehrlich. Zu sich und zu anderen.

Prinzip 7 : Leiter können delegieren
Delegieren heist nicht, Dienstanweisungen an Mitarbeiter herausgeben! Delegieren und Befehlen sind unterscheiden sich wie Wasser und Feuer! Delegieren heisst, ein Ziel formulieren und dann den Mitarbeiter den Weg suchen lassen. Delegieren setzt ein Grundvertrauen in den Mitarbeiter voraus. Delegieren heisst, Fehler bei der Umsetzung riskieren. Delegieren heisst: Der Mitarbeiter darf das Ziel auf einem anderen Weg erreichen, wie ich ihn gewählt hätte! Delegieren heisst, Fehler nicht als grund zum Aufhören anzusehen, sondern als Chance, besser weiterzumachen! Delegieren setzt den Mitarbeiter frei. Befehlen engt ihn ein. Delegieren mutet Verantwortung zu. Befehlen behält die Kontrolle bei mir Leider paaren sich bei schlechten Leitern oft zwei Eigenschaften: Sie können nicht delegieren und sie laden die Verantwortung für schlechte Befehle anderen auf. Das ist der "beste" Weg, um viele Mitarbeiter schnell zu entmutigen und in die inner (oder äussere) Kündigung zu treiben.

Prinzip 8 : Geistliche Leiter sind Diener
In der Berufswelt steht der Chef oben und die Mitarbeiter unten. Das bekannte Pyramiden-Modell. In der christlichen Gemeinde ist es umgekehrt. Der Leiter dient. Das heisst nicht, dass er kriecht! Sein Dienst ist, jedem auf dem Weg zur großen Vision so viel Unterstützung zu geben, dass er seinen persönlichen Anteil beisteuern kann. Mitarbeiter ohne Eigennutz fördern ist Dienst.

Prinzip 9 : Leiter sind Vorbilder
Wer leitet, muss ich leiten lassen. Wer sich als Leiter nichts sagen lässt, ist kein guter Leiter! Ein guter Leiter hört zu! Ein Leiter ist gerade auch da als Vorbild gefragt, wenn er Fehler gemacht hat. Kann er das zugeben? Dann werden es seine Mitarbeiter auch können! Ein Leiter ist nicht vollkommen (größtes, tragisches Missverständnis vieler Hauptamtlicher in der Kirche). Ein Leiter, der vorlebt, wie er sich selbst gegenüber Barmherzig ist, wird die Barmherzigkeit Gottes vermitteln können. Ein Leiter, der Buch führt über die Fehler der anderen, gehört in Wüste gejagt (wenn es nicht Menschen tun, dann wird es Gott tun im Jüngsten Gericht). Wem Gott vergeben hat, vergibt sich selbst und anderen. Es gibt nichts Befreienderes, wie einen Leiter, bei dem Barmherzigkeit einen höheren Stellenwert hat, wie Versagen.

Prinzip 10 : Leiter bringen Leiter hervor
Nach meiner Ansicht ist es da beste Zeichen für einen guten Leiter, dass er andere gute Leiter hervorbringt. Ja, er bringt sogar Leiter hervor, die besser sind, wie er! Zugegeben, das dauert ein paar Jahre, bis man das merkt. Aber wer in 30 Jahren Dienst keinen einzigen Leiter hervorgebracht, der mindestens so gut ist, wie er selbst, der sollte sich den Titel "Leiter" besser nicht umhängen! Das gehört zum Dienstverständnis: Ein Leiter fördert einen anderen Leiter sogar, und gerade dann, wenn er besser wird, als er selbst. Ein guter Leiter lässt einen besseren Leiter vorbei!

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